Der deutsche Boxsport hat eine prägende Persönlichkeit verloren. Michael Timm ist am 3. September 2025 im Alter von nur 62 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Erst im August war seine Krebserkrankung bekannt geworden.
Timm war selbst ein Ausnahmekönner im Ring: 95 Siege in 100 Amateurkämpfen, Europameister 1985 in Budapest. Noch größer war sein Wirken als Trainer. Er führte Stars wie Jürgen Brähmer, Felix Sturm und Ruslan Chagaev zu Weltmeistertiteln, gewann mit dem BC Traktor Schwerin mehrfach die Deutsche Meisterschaft und schrieb als Bundestrainer Geschichte, als Ornella Wahner 2018 die erste deutsche Amateur-Weltmeisterin wurde.
Anteilnahme aus dem ganzen Boxsport
Die Trauer und Anteilnahme ist groß. Jürgen Brähmer würdigte ihn als „wundervollen Menschen“, Ruslan Chagaev nannte ihn einen „Mann mit Großbuchstaben“. Ornella Wahner schrieb, wie sehr sie seine Unterstützung geprägt habe. Auch der Boxverband Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich erschüttert. Vizepräsident Dieter Breitenbach: „Er wird fehlen – als Trainer und als Mensch.“
Auch Weggefährten erinnerten an Timms Bescheidenheit. „Er hat sportlichen Erfolg nie an sich gezogen, sondern Boxer gefördert und Menschen fürs Leben geprägt“, so Dr. Jens Hadler, Vorsitzender des Beirats.
Mehr als ein Trainer: Herz und Seele des Vereins
Für den BC Traktor Schwerin war Timm über Jahrzehnte Herz und Seele. Mit Leidenschaft, Wärme und unermüdlichem Einsatz formte er Generationen von Athleten, war Mentor, Freund und Stütze in schweren Zeiten. Sein engster Weggefährte Dieter Berg betonte: „Timmi war nicht nur Kollege, sondern mein bester Freund. Ich werde ihn nie vergessen.“
Die Lücke, die er hinterlässt, ist groß. „Pädagoge am Sandsack“ nannte ihn der Spiegel einst – ein Bild, das perfekt beschreibt, wie er Athleten sportlich und menschlich formte.
Michael Timm hinterlässt seine Ehefrau Konstanze und zwei erwachsene Töchter. Für den deutschen Boxsport bleibt er unvergessen. Ruhe in Frieden, Timmi.