Vitali Klitschko kein regulärerer WBC-Weltmeister mehr

Nachdem Vitali Klitschko bereits seit über einem Jahr nicht mehr im Ring stand seinen WBC-Titel verteidigt hat, ist am Sonntag die Frist verstrichen, nach der er seine weitere Terminplanung hätte bekannt geben müssen. Zuerst waren es gesundheitliche Probleme, die den Weltmeister von einer anstehenden Pflichtverteidigung abhielten, jetzt sieht es so aus, als wäre sein politisches Engagement und die Vorbereitung auf einen WM-Kampf unvereinbar. Vitali Klitschko gilt in der Ukraine als Oppositionsführer gegen die scheinbar pro-russische Regierung und findet daher im Moment nicht die Zeit für den Boxsport.

Am Montag wurde bekannt gegeben, dass man Vitali Klitschko nun erneut den Status eines ruhenden Champs (Champion Emeritus) zuerkannt habe und der reguläre WM-Titel im WBC-Schwergewicht vakant ist. Noch am gleichen Tage meldete sich der in der Rangliste an Position 2 liegende Chris Arreola und machte seinen Anspruch auf einen Titelkampf gegen Bermane Stiverne deutlich. Arreola hatte zuletzt im April 2013 gegen Stiverne gekämpft und eindeutig nach Punkten verloren. Darüber hinaus ist Stiverne nach einer Meldung von ESPN.GO.com in einem Rechtsstreit mit Don King, der einem WM-Kampf im Wege steht. Möglich wäre daher auch ein Kampf zwischen Chris Arreola und Deotany Wilder oder ein anderes Szenario, dass der Weltverband WBC zu bestimmen hat.

Vitali Klitschko äußerte sich dazu wie folgt: „Das Angebot des WBC gibt mir die theoretische Möglichkeit, in den Ring zurückzukehren, was ich mir nach aktuellem Stand jedoch überhaupt nicht vorstellen kann. Meine Konzentration gilt der Politik in der Ukraine. Ich spüre, dass die Menschen mich dort brauchen. Ich danke dem WBC und seinem Präsidenten Don José Sulaiman für die Unterstützung bei unserem Kampf für Demokratie und Freiheit in meinem Heimatland Ukraine.“ Ob er damit das Ende seiner Karriere bekannt gegeben hat oder jemals ins Boxsgeschehen zurück kehren wird, ist damit vorläufig nicht eindeutig geklärt.

Wie schon einmal während seiner langen Verletzungspause hat Vitali Klitschko damit das Recht, jederzeit und sofort wieder an einen WM-Kampf zu kommen. Ob er davon Gebrauch machen wird, muss offen bleiben. Das hängt im wesentlichen von der weiteren politischen Entwicklung in der Ukraine ab. Beruhigt sich die Lage und Klitschko hält es für sinnvoll, könnte der jetzt 42-jährige sicher auch noch einige Kämpfe bestreiten. Zumindest wäre auch ein Abschiedskampf gegen einen Boxer seiner Wahl als offizielles Karriereende denkbar.

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