Christian Hammer vs Kevin Johnson – Nuri Seferi vs Steve Herelius, Full Fights

Die Veranstaltung am Freitag Abend in Hamburg als „Weihnachtsboxen“ zu bezeichnen, triffts wohl am ehesten, nicht nur wegen der zeitlichen Nähe zum Weihnachtsfest, sondern auch wegen der Geschenke, die es dort gab. Nimmt man mal die beiden wichtigsten Kämpfe, dann wird schon deutlich, dass es hier nicht um die „big Fights“ ging, die den Boxern alles abverlangen. Es ging auch nicht um Titel, sondern wohl eher darum, den Zuschauern eine Show zu zeigen. Eine der Showeinlagen war wohl der Kampf zwischen Herelius und Seferi. Herelius schien – um es mal salopp zu sagen, einen Clown gefrühstückt zu haben. Seine Provokationen, dann dass Nachschlagen nach dem Trennkommando, bei dem auch noch der Ref getroffen wurde. Natürlich konnte es danach nur die Disqualifikation für Herelius geben. Großes Boxen sieht anders aus. Aber auch der Kampfgeist Ex-WBO-Europameister Nuri Seferi sah alles andere als überragend oder souverän boxend aus. Von einem Boxer, der bis vor kurzem noch von einem 2. Kampf gegen Marco Huck um die WBO-Weltmeisterschaft sprach, hätte man mehr erwarten müssen.

Der Kampf zwischen Christian Hammer und Kevin Johnson blieb leider auch etwas unter den Erwartungen. Wer geglaubt hätte, es wird hier ein heißes Gefecht geben, der sah sich getäuscht. Es schien einfach nur darum zu gehen, den Zuschauern 10 Runden Boxen vorzuführen. Wer allerdings vor dem Kampf kein Fan vom Boxen war, wird es auch nicht durch diesen Kampf geworden sein. Es bleibt ein Rätsel, weshalb Hammer so verhalten in den Kampf ging. Er hätte besonders in den Anfangsrunden -zig mal seine Schlaghand ins Ziel bringen können, aber er tat es einfach nicht. Letztendlich sah es nach einem Unentschieden, vielleicht sogar wie ein Sieg von Johnson aus. Man hätte vielleicht mehr von diesem Kampf erwarten können, wenn es um einen Titel gegangen wäre. Was man allerdings zu sehen bekam, würde man im Fußball ein Freundschaftsspiel nennen. Das Christian Hammer zum Sieger erklärt wurde, kann man wohl gut und gerne seinem Heimvorteil zuschreiben. Das Urteil mit 98:94 und 2x 98:92 ist jedenfalls mehr als alberne Kosmetik. Einfach überflüssig, so einen Kampf durch ein Gefälligkeitsurteil zu adeln.

Auf jeden Fall ist der Abend insgesamt als Promoter-Debüt von Alexander Alekseev zu sehen, der mit sich zufrieden sein kann und für das nächste Jahr 3 bis 4 Kampfabende in Hamburg und ein paar Ausflüge nach Rumänien ankündigte.

Seferi vs Herelius, Hammer vs Johnson und das Interview von Leif Magnusson mit Holger Wiemann:

https://www.youtube.com/watch?v=L3KAq5pxh6o

http://youtu.be/dEHtZYgTGSM

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