Abraham vs Stieglitz II – Revanche in der „Höhle des Löwen“

Schaut man sich die vorläufige Fightcard dieser Veranstaltung an, kommt man unweigerlich ins Grübeln, ob man nicht doch lieber einmal wieder „Boxen vom Feinsten“ live in der Halle erleben will, als zu hause vor dem Fernseher zu sitzen. Neben gleich mal 3 WBO-Titelkämpfen, die jeweils schon allein als Hauptkampf einer Veranstaltung gelten könnten, sind auch die weiteren Kämpfe gut besetzt und echt sehenswert. Bereits am Montag gab es eine Pressekonferenz, bei der die beiden Hauptkämpfer um die WBO-Krone im Supermittelgewicht einige „nette“ Worte wechselten, ganz so wie man das bei solchen Anlässen gewohnt ist. Abraham: „Ich werde Stieglitz im Ring zerstören.“ Stieglitz entgegnete sinngemäß, dass er aus dem ersten Kampf gelernt hat, topfit ist und der Gürtel an Abraham nur ausgeliehen war. Er wolle ihn jetzt zurück holen und das Magdeburger Publikum wird ihm dabei helfen. Von letzterem kann man überzeugt sein: Das Boxpublikum in Magdeburg ist schon seit langem dafür bekannt, dass hier die Begeisterung besonders groß geschrieben wird, wenn guter Boxsport in der GETEC-Arena (ehemals Bördelandhalle) zu sehen ist. Das wird am Samstag nicht anders sein, weil eigentlich jeder Kampf dieser Veranstaltung ein „Knaller“ sein wird.

Es fällt bei diesem Rückkampf nicht leicht, so etwas wie eine Prognose abzugeben. Im ersten Kampf konnte Arthur Abraham nach Punkten gewinnen, was vorher nur die wenigsten Boxfans und Experten erwartet hätten. Man ging schlechthin davon aus, dass Robert Stieglitz entweder nach Punkten gewinnt oder vorzeitig verliert, falls es Abraham gelingt wie in früheren Zeiten mit einem schweren Treffer den Kampf zu entscheiden. Wie es diesmal ausgeht, kann man nicht einmal ahnen. Beide Seiten kennen sich jetzt und werden aus dem ersten Kampf ihre Schlüsse gezogen haben. Das Verbesserungspotential spricht hier allerdings einen Tick mehr zugunsten von Stieglitz. Abraham hatte sicher in diesem Gefecht bereits alles gegeben, was möglich war. Er musste auf Gedeih und Verderb gewinnen um seine Zukunft zu sichern. Stieglitz hatte wohl selten so einen guten Gegner im Ring und hat den Kampf nur knapp verloren. Nach Meinung vieler Fans hätte er nur eine Runde weniger abgeben müssen und es wäre zu einem Unentschieden gekommen, was zumindest auch einer der 3 Punktrichter so gesehen hat. Abraham, der als Mittelgewichtler einen ganz anderen Stil geboxt hat, ist mit seiner Umstellung auf durchgängiges Boxen über 12 Runden schon für sich selbst einen weiten Weg gegangen. Ob da noch viel Luft für Verbesserungen ist, wird nur sein Trainer wissen.

Stieglitz und Trainer Dzemski konnten Abraham gut genug studieren und werden sich in den vergangenen Monaten genau überlegt haben, wie sie Abraham beikommen können. Stieglitz wird in Magdeburg auf jeden Fall stärker in den Ring steigen, als in Berlin vor einem halben Jahr. Der Ex-Weltmeister Sven Ottke traf es auf den Punkt: „Die Chancen liegen bei 50:50.“ Der Kampf wird vielleicht noch knapper, als der in Berlin und am Ende wird es auf die Punktrichter ankommen, die ihre Wertungen hoffentlich mit reinem Gewissen und ohne jeden äußeren Einfluss abgeben. Im Ring entscheidet neben der Kondition besonders in diesem Kampf wer die besseren Nerven hat, also mental am besten mit dieser Situation umgeht. Diesmal ist es Stieglitz, für den „Alles“ auf dem Spiel steht. Man darf gespannt sein, was sich beide Teams einfallen lassen haben um nach dem Kampf den Ring mit dem WBO-Gürtel zu verlassen. Eine Überraschung ist ja niemals unmöglich.

Fotos: SES Magdeburg

Abraham vs Stieglitz – der Kampf vom 25. August 2012:

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