Eifert und Fress vor großen Chancen

Michael Eifert hat lang genug gewartet. Über zwei Jahre stand der Bautzener als IBF-Nummer 1 im Halb-Schwergewicht in der Warteschlange, während die Welt weiterzog. Jetzt knallt die IBF endlich auf den Tisch und fordert Champion Dmitry Bivol klar auf, den WM-Fight gegen Eifert anzunehmen. Für Eifert, 27, der seit seinem starken Sieg über Ex-Champion Jean Pascal in Montreal 2023 eigentlich längst dran gewesen wäre, fühlt sich das wie eine längst überfällige Korrektur an. Sein Team um Trainer Dmitrijs Siholajs hält seit Monaten die Camps in Riga bereit, weil man jederzeit springen wollte.

Auch intern bei SES ist die Stimmung wie aufgeladen. Nach so langer Geduld glaubt jetzt niemand mehr an Ausreden. Die IBF will den Fight angesetzt sehen. Punkt. Und Eifert? Der wirkt, als hätte er die Handschuhe schon geschnürt.

Wie Eifert nach Jahren endlich Gerechtigkeit bekommt

Parallel läuft im Cruisergewicht die nächste deutsche WM-Chance warm. Roman Fress steht bei der WBO mittlerweile ebenfalls auf Position 1 und wartet damit nur noch auf die finale Ansetzung. Seit 2018 läuft er unter der SES-Flagge und arbeitet mit Ex-Weltmeister Robert Stieglitz daran, sich für seinen eigenen WM-Schuss zu wappnen. Zwei deutsche Pflichtherausforderer gleichzeitig, das hat man auch hierzulande nicht oft erlebt.

Promoter Ulf Steinforth hebt die Stimmung zusätzlich an. Seine Worte sind klar und direkt, nichts beschönigt: „Zweieinhalb Jahre Wartezeit sind in der Karriere eines Boxers nun wirklich nicht verständlich und auch mit viel Geduld kaum zu ertragen.“ Und genau deshalb feiert man intern, dass die IBF jetzt „klare Kante“ zeigt und Bivol unmissverständlich zum Duell verpflichtet.

Warum 2026 für SES zum echten Prüfstand wird

Steinforth schiebt gleich nach: „Wir können uns nun mit viel positiver Stimmung auf den Einstieg in das Jahr 2026 freuen.“ Zwei SES-Boxer als Nummer 1 ihrer Verbände, dazu planbare WM-Duelle im selben Jahr. Für Fress hofft SES auf einen Fight in Deutschland, während man bei Eifert immerhin endlich Planungssicherheit hat. Nach all der Warterei wirkt 2026 wie ein Neustart, vielleicht sogar ein Weckruf für den deutschen Boxsport.

Am Ende bleibt das Gefühl: Jetzt müssen nur noch die Weltmeister unterschreiben. Der Rest ist längst überfällig.