Carlos Castillo hat am vergangenen Samstag gezeigt, warum er im AGON-Stall als einer der interessantesten Schwergewichtler gilt. Der 30-jährige Kubaner besiegte den erfahrenen Ukrainer German Skobenko über acht Runden einstimmig nach Punkten und baute seine makellose Bilanz auf 9–0 aus.
Der Kampf war bereits Castillos vierter Auftritt im Jahr 2025 – ein deutlicher Hinweis darauf, wie aktiv er nach seiner einjährigen Pause wieder arbeiten will.
Was dabei häufig übersehen wird: Castillo ist mehr als nur ein Prospekt. In den vergangenen Jahren war er immer wieder ein vertrauter Sparringspartner von Agit Kabayel, Deutschlands größter aktueller Schwergewichtshoffnung und amtierendem WBC-Interimsweltmeister. Diese Trainingszeit hat Castillo geprägt: Tempo, Disziplin, professionelle Abläufe, belastbarer Wettkampfrhythmus – all das hat er in Kabayels Camps verinnerlicht.
Vom Sparringspartner zum eigenen Titelanwärter
Castillo befindet sich jetzt an einem Punkt, an dem er selbst ins Rampenlicht treten will. Gegen Skobenko zeigte er genau das: ein kontrollierter Kampf, kluge Distanzwahl, stetiger Output.
„Es war kein schwieriger Kampf, aber man musste unentwegt boxen, weil der Gegner mental sehr stark war“, sagte Castillo nach dem Sieg. Die Analyse ist typisch für ihn – nüchtern, ohne Show, aber klar in der Aussage.
Sein Ziel für 2026 ist eindeutig: ein erster Titel. Dafür arbeitet er an seiner Athletik, sagt er selbst. „Ich reduziere weiter mein Gewicht, um schneller und stärker zu sein, und trainiere jeden Tag härter, um mein Ziel zu erreichen.“
AGON sieht klare Perspektive – 2026 soll Castillos Jahr werden
Auch im AGON-Umfeld rechnet man damit, dass Castillo den nächsten Schritt machen kann. Promoter Ingo Volckmann sieht das Potenzial klar: „Carlos ist auf einem sehr guten Weg. Kommendes Jahr wollen wir um den ersten Titel boxen und dann ist die Titeljagd eröffnet.“
Dass Castillo lange in Kabayels Camps gearbeitet hat, wird im Boxgeschäft gern belächelt – Sparringspartner seien kein Maßstab, heißt es oft. Doch wer Castillo aktuell sieht, erkennt: Der Kubaner hat aus dieser Zeit nicht nur Erfahrung mitgenommen, sondern ein vollständiges Profiprofil entwickelt.
Vom Trainingspartner des europäischen Aushängeschilds hat er sich zu einem ernstzunehmenden Schwergewicht entwickelt – einem, der 2026 seinen Durchbruch anpeilen kann.