Nicole Wesner – Profidebüt am Samstag in Dessau

„Also ich bin verrückt, aber keine Sorge ich weiss es.“ – sagt Nicole Wesner von sich selbst. Es ist sicher schon etwas aussergwöhlich als Frau mit 35 Jahren in das Profiboxen einzusteigen. Besonders wenn man dabei bedenkt, dass die in Wien lebende Powerfrau für ihren Traum vom Boxen ihr komplettes Leben umgekrempelt und eine sichere Existenz aufgegeben hat.

„Finanziell lebe ich ja jetzt von einem Bruchteil von dem was ich vorher zur Verfügung hatte. Bis vor kurzem hatte ich noch eine ziemlich stylishe Wohnung, 75 m, Parkett, Flügeltüren, eine Wohnung, um die mich jeder beneidet hat. Als ich mich dann schweren Herzens entschlossen habe, dass meine Fixkosten zu hoch und Einnahmen zu ungewiss sind und wieder wie eine Studentin vor 10 Jahren in eine kleine Wohnung gezogen bin, habe ich mir auch gedacht, dass ich einen ziemlichen Knall habe.“ Die Liebe zum Boxen entdeckte die gebürtige Deutsche eher durch einen Zufall. Eigentlich wollte sie vor 3 Jahren nur einen Yogakurs besuchen und hat in dem Fitnesstudio nur beiläufig Notiz davon genommen, dass auch Boxschnupperstunden für Frauen gegeben werden. „Nach einer Stunde habe ich gewusst, dass das genau meins ist.“ So begann ihr Weg als Amateurboxerin, der auf kürzeste Weg zur Österreichischen Amateurmeisterschaft im Leichtgewicht führte. In Österreich trägt die diplomierte Betriebswirtin nun den Titel „Staatsmeisterin“. Ihre Liebe zum Boxsport hat sich so weit entwickelt, dass sie nun ihre gut bezahlte Stellung aufgegeben hat und sich voll und ganz dem Boxen widmen möchte.

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Kentikian/Moreno: Susi Kentikian – „back to the roots“ ?

Eigentlich sollte der 1. Dezember der große Tag werden, an dem Susi Kentikian im „Burgwächter Castello“ Düsseldorf ihre bittere Niederlage gegen Melissa McMorrow auswätzen wollte. Bei ihrem Kampf im Mai 2012 verlor die 3-fach-Weltmeisterin aus Hamburg überraschend 2 ihrer 3 WM – Titel nach Punkten und gab darauf hin freiwillig auch ihren WBA – Weltmeistertitel zurück um ihn sich erneut zu verdienen.

McMorrow, die laut Kampfvertrag zu einem Rematch verpflichtet ist, hat diesen Rückkampf ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Es macht keinen Sinn, darüber zu spekulieren, weshalb die Amerikanerin sich diesem zweiten Aufeinandertreffen bisher entzieht. Früher oder später wird sie sich ohne „Wenn und Aber“ Susi Kentikian stellen müssen.

Die Ex-Weltmeisterin bleibt jedoch nicht untätig oder wartet ab, bis sich McMorrow endlich mal entscheidet, ihre gute Leitung aus den ersten Kampf zu bestätigen. Im Gegenteil, Susi Kentikian wird am 1. Dezember bei der von Sturm – Boxpromotion organisierten „Super-Fight-Night“ um den zurück gegebenen WBA – WM – Gürtel kämpfen und sich diesen zum 2. mal verdienen wollen. Gegnerin in diesem WM – Kampf ist keine geringere als Carina Moreno, einer der am erbittertsten kämpfenden Frauen unter 112 Pfund. Moreno, die in 27 Kämpfen bisher 22 mal als Siegerin der Ring verlassen konnte, ist alles andere als eine leichte Aufbaugegnerin oder eine, die zum Verlieren kommt. Im Gegenteil, sie ist eine Boxerin, die bis zu letzten Gong alles gibt und selbst gegen eine Weltklasseboxerin wie Yesica Bopp nicht ko gegangen ist, sondern bis zum Schluss auf Augenhöhe kämpfte, auch wenn das damalige Punkturteil sehr zu ihren Ungunsten ausfiel. Die Chance auf einen Titelgewinn wird Moreno sehr ernst nehmen. Kentikian muss schon zu alter Stärke zurück finden um sich eindeutig durchzusetzen.

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