Jürgen Brähmer wieder Weltmeister – Full Fight

Mit einem hoch verdienten Punktsieg über Don King Schützling Marcos Oliveira wurde Jürgen Brähmer gestern Abend im Neubrandenburger Jahn-Sportforum Weltmeister im Halbschwergewicht nach Version der WBA. Der WBA-Titel war vakant und dies Weltmeisterschaft zu boxen sicher die klügere Wahl, als auf dem WBO-Pflichherausforderungsrecht zu bestehen. Bisheriger WBA-Weltmeister war Beibut Shumenov, der ebenfalls gestern Abend in den USA durch einen TKO 3-Sieg über den bis dahin in 23 Kämpfen ungeschlagenen Tamas Kovacs zum „Superchamp“ der WBA avancierte. Auch Brähmer-Gegner Oliveira war bisher in 26 Kämpfen ungeschlagen und trat mit einer hohen KO-Quote an. Doch dieser WM-Kampf rückte das Bild der bisherigen Unschlagbarkeit sehr schnell in ein ganz anderes Licht. Brähmer hatte in seiner bisherigen Laufbahn einfach die besseren Gegner und musste sich nicht zum ersten mal über 12 Runden behaupten.

Vor Kampfbeginn sorgte Don King einmal mehr für Aufsehen, als er plötzlich etwas gegen die Reihenfolge des Einmarsches hatte und seinen Schützling als letzten einmarschieren sehen wollte. Doch von dieser kleinen Verzögerung völlig unbeeindruckt, sollte sich von Anfang an herausstellen, dass Jürgen Brähmer der bessere Mann im Ring war. Oliveira war deutlich anzumerken, dass er mit dem Rechtsausleger Brähmer absolut nicht zurecht kam. Brähmer war auf flinken Füßen unterwegs und punktete fast nach Belieben bei dem vergleichsweise beinahe behäbig wirkenden Oliveira. Es gelang ihm nicht, eine für ihn passende Distanz zu finden um bei Brähmer Treffer unterzubringen. Entgegen Brähmers sonstigem Stil als Konterboxer war er gezwungen selbst den Kampf zu „machen“ weil von Oliveira in der ersten Kampfhälfte einfach nichts kam.

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Christine Theiss vs Olga Stavrova 2 – Mission „Titelklau“ gelungen

Die offizielle Version und das Ergebnis dieses Kampfes, so wie von Sat1 in Szene gesetzt, sieht aus wie ein grandioser Erfolg für Christine Theiss. Zum Karriereabschluss ihre Niederlage auszubügeln und als Weltmeisterin abzutreten war das erklärte Ziel. Man konnte gestern Abend unabhängig vom Kampfverlauf deutlich sehen, dass beim TV-Partner Sat1 alles dafür getan wurde, dieses Ziel zu unterstützen. Letztendlich hat die ganze Inszenierung geklappt und Frau Theiss konnte sich als Siegerin feiern lassen. Der Kampf wurde wie in alten ZDF-Zeiten kommentiert, also 150% pro Heimboxer. Beinahe jede Aktion von Frau Theiss war sinngemäß eine kampfentscheidende Heldentat, während die Aktionen von Olga Stavrova nur beiläufig gewürdigt wurden.

Der absolute „Hit“ war das eingeblendete Zuschauervoting. Nach den ersten Runden, von denen Frau Theiss nur in einer vorne gelegen haben kann und die übrigen an Stavova hätten gehen müssen, gab es fast 70% der angeblichen Zuschauerstimmen, die Theiss vorne sahen. Man kann durchaus in Zweifel geraten, wenn man solche Votings sieht. Später, nachdem Frau Theiss tatsächlich ein paar bessere Runden abgeliefert hatte, stand das Zuschauervoting auf einmal bei 50:50. Ob die Zuschauer den Kampf bewerteten, ob es Fananrufe waren oder ob das Voting überhaupt Aussagekraft hat, sei mal dahingestellt. Die gesamte Berichterstattung und Kommentierung waren pro Theiss, was man von Beginn an merkte.

Zum Kampfverlauf kann man sagen, dass Frau Theiss in den ersten 3 Runden nur darauf bedacht war, nicht selbst getroffen zu werden und sich Olga Stavrova vom Leibe zu halten. Nennenswerte Aktionen ihrerseits konnte man kaum sehen. Die Runden 4 und 5 waren in der ersten Kampfhälfte wohl die besseren für Theiss. Es gab tatsächlich einige Kicks und Schläge, die ihr Ziel nicht verfehlten. Die Runden 7 und 8 kann man vielleicht auch Chistine Theiss zuordnen. Jedoch muss man auch bemerken, dass sie Olga Stavrova zu keiner Zeit „einbremsen“ konnte. Stavova kämpfte von Beginn an wie eine Herausforderin, aggressiv und angriffslustig. Mit den Kicks hat sie es nicht so, sondern versuchte immer wieder, ihre Schwinger ins Ziel zu bringen, mit denen sie im ersten Kampf Erfolg hatte und Christine Theiss (eigentlich) KO schlug.

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Werner Kastor – Warum er Frauenboxen nicht mag

Es ist zwar nicht üblich hier irgendwelche Berichte von anderen Boxsportseiten zu „beleuchten“, aber was Werner Kastor unter dieser Überschrift auf „boxen-heute.de“ zum Besten gibt, ist schon etwas bemerkenswert. Deutlicher gesagt: weltfremd und wie aus der Zeit gefallen. Ich liebe ja die trockene und meistens sehr souveräne Art, wie Werner Kastor Boxkämpfe kommentiert. Doch seine Meinung, die er über das Frauenboxen hat und die Art wie er versucht sie kund zu tun, steht im krassen Gegensatz zu der guten Meinung, die ich bisher von Kastor hatte.

Es fängt schon gut mit dem ersten Satz an: „Die einzige wirklich populäre Berufsboxerin in Deutschland war Regina Halmich.“ Oha, „populär“ ist man also nur, wenn man im ZDF zu sehen ist. Was sind denn dann alle anderen Boxerinnen, die in den verschiedensten deutschen Boxställen zuhause sind und ebenso wie Regina Halmich zu Weltmeisterehren gekommen sind? Falls Werner Kastor niemand weiter kennt als Regina Halmich, dann ist das wohl eher darauf zurück zu führen, dass er am Frauenboxen desinteressiert ist oder zu hause noch einen Fernseher aus den 60ern hat, mit dem man nur ARD und ZDF empfangen kann. Ansonsten Scheuklappen auf – was ich nicht sehen kann oder will, dass gibt es auch nicht.

Nach dieser ersten Fehleinschätzung fabuliert Kastor weiter, dass ihre Popularität von Regina Halmich nicht unbedingt auf ihren boxerischen Fähigkeiten beruhte, sondern wohl eher darauf, dass sie Stefan Raab in Schaukämpfen besiegte. Das ist sicher ein Argument und man kann auch nicht behaupten, dass es der Karriere von Regina Halmich oder der Popularität von „Tausendsassa“ Stefan Raab geschadet hat. So funktioniert nun einmal das Mediengeschäft heutzutage. Mich wundert noch, dass Werner Kastor nicht erwähnt, die Popularität des Frauenboxens sei in den Playboy-Fotos von Regina Halmich zu suchen. Die Populatität von Regina Halmich beruhte hauptsächlich darauf, dass sie extrem gepusht wurde. Man wollte mit ihr gutes Geld verdienen und das gelang auch.

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