Roy Jones Jr. vs Zine Eddine Benmakhlouf – WBU Titelkampf in Moskau

Nach 3 Niederlagen zuletzt und 2 gewonnenen Kämpfen will Roy Jones Jr. noch einmal nach einem Titel greifen. In seinem 65. Profikampf trifft Jones Jr. am 21. Dezember in Moskau auf den Franzosen Benmakhlouf (17(8)-3(1)-1). Es geht im Cruisergewicht um den WM-Titel der WBU. Hier kann man im Gesamtzusammenhang ruhig von einem mehrfachen Comeback sprechen. Mit seinen jetzt 44 Jahren versucht Roy Jones Jr. seinen klangvollen Namen noch einmal auf der Weltbühne des Boxsports nach vorne zu bringen. Bereits 2006 nahm er schon einmal Anlauf zu einer 2. Karriere, nachdem zuvor in Kämpfen gegen Antonio Tarver und Glen Johnson unterlegen war. Zumindest konnte er damals Felix Trinidad in Rente schicken, wurde dann aber auch in den Jahren danach von Joe Calzaghe, Danny Green, Berard Hopkins und Dennis Lebedev besiegt. Viele meinten schon damals, als er gegen Danny Green in der ersten Rund KO ging, dass es vorbei wäre mit seiner Karriere und er besser aus gesundheitlichen Gründen mit dem Boxen aufhören sollte.

Ein Comeback ist es auch für die WBU. Der Name dieses Verbandes ist wieder in die Boxrec-Listen zurück gekehrt. Nachdem der WBU-Gründer 2004 verstorben war, gelang es erst 2010 den Verband in Deutschland neu zu gründen. Es gab immer wieder auch andere Versuche, unter dem Namen WBU die Erfolgsgeschichte dieses Verbandes fortzusetzen, was allerdings von wenig Erfolg gekrönt war. Unter dem Namen „WBU (German Version)“ wird es auch in Zukunft bei Boxrec eingetragene Kämpfe und Titel geben. Der deutsche Verband ist auf bestem Wege, sich im internationalen Boxgeschäft wieder einen guten Namen zu machen. Einen gescheiterten Versuch, unter dem Namen der WBU zu veranstalten, sollte es am 4.Dezember in Philadelphia geben, doch mehr als ein Plakatentwurf ist aus dieser Veranstaltung nicht geworden.

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Vitali Klitschko kein regulärerer WBC-Weltmeister mehr

Nachdem Vitali Klitschko bereits seit über einem Jahr nicht mehr im Ring stand seinen WBC-Titel verteidigt hat, ist am Sonntag die Frist verstrichen, nach der er seine weitere Terminplanung hätte bekannt geben müssen. Zuerst waren es gesundheitliche Probleme, die den Weltmeister von einer anstehenden Pflichtverteidigung abhielten, jetzt sieht es so aus, als wäre sein politisches Engagement und die Vorbereitung auf einen WM-Kampf unvereinbar. Vitali Klitschko gilt in der Ukraine als Oppositionsführer gegen die scheinbar pro-russische Regierung und findet daher im Moment nicht die Zeit für den Boxsport.

Am Montag wurde bekannt gegeben, dass man Vitali Klitschko nun erneut den Status eines ruhenden Champs (Champion Emeritus) zuerkannt habe und der reguläre WM-Titel im WBC-Schwergewicht vakant ist. Noch am gleichen Tage meldete sich der in der Rangliste an Position 2 liegende Chris Arreola und machte seinen Anspruch auf einen Titelkampf gegen Bermane Stiverne deutlich. Arreola hatte zuletzt im April 2013 gegen Stiverne gekämpft und eindeutig nach Punkten verloren. Darüber hinaus ist Stiverne nach einer Meldung von ESPN.GO.com in einem Rechtsstreit mit Don King, der einem WM-Kampf im Wege steht. Möglich wäre daher auch ein Kampf zwischen Chris Arreola und Deotany Wilder oder ein anderes Szenario, dass der Weltverband WBC zu bestimmen hat.

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Jürgen Brähmer wieder Weltmeister – Full Fight

Mit einem hoch verdienten Punktsieg über Don King Schützling Marcos Oliveira wurde Jürgen Brähmer gestern Abend im Neubrandenburger Jahn-Sportforum Weltmeister im Halbschwergewicht nach Version der WBA. Der WBA-Titel war vakant und dies Weltmeisterschaft zu boxen sicher die klügere Wahl, als auf dem WBO-Pflichherausforderungsrecht zu bestehen. Bisheriger WBA-Weltmeister war Beibut Shumenov, der ebenfalls gestern Abend in den USA durch einen TKO 3-Sieg über den bis dahin in 23 Kämpfen ungeschlagenen Tamas Kovacs zum „Superchamp“ der WBA avancierte. Auch Brähmer-Gegner Oliveira war bisher in 26 Kämpfen ungeschlagen und trat mit einer hohen KO-Quote an. Doch dieser WM-Kampf rückte das Bild der bisherigen Unschlagbarkeit sehr schnell in ein ganz anderes Licht. Brähmer hatte in seiner bisherigen Laufbahn einfach die besseren Gegner und musste sich nicht zum ersten mal über 12 Runden behaupten.

Vor Kampfbeginn sorgte Don King einmal mehr für Aufsehen, als er plötzlich etwas gegen die Reihenfolge des Einmarsches hatte und seinen Schützling als letzten einmarschieren sehen wollte. Doch von dieser kleinen Verzögerung völlig unbeeindruckt, sollte sich von Anfang an herausstellen, dass Jürgen Brähmer der bessere Mann im Ring war. Oliveira war deutlich anzumerken, dass er mit dem Rechtsausleger Brähmer absolut nicht zurecht kam. Brähmer war auf flinken Füßen unterwegs und punktete fast nach Belieben bei dem vergleichsweise beinahe behäbig wirkenden Oliveira. Es gelang ihm nicht, eine für ihn passende Distanz zu finden um bei Brähmer Treffer unterzubringen. Entgegen Brähmers sonstigem Stil als Konterboxer war er gezwungen selbst den Kampf zu „machen“ weil von Oliveira in der ersten Kampfhälfte einfach nichts kam.

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Christine Theiss vs Olga Stavrova 2 – Mission „Titelklau“ gelungen

Die offizielle Version und das Ergebnis dieses Kampfes, so wie von Sat1 in Szene gesetzt, sieht aus wie ein grandioser Erfolg für Christine Theiss. Zum Karriereabschluss ihre Niederlage auszubügeln und als Weltmeisterin abzutreten war das erklärte Ziel. Man konnte gestern Abend unabhängig vom Kampfverlauf deutlich sehen, dass beim TV-Partner Sat1 alles dafür getan wurde, dieses Ziel zu unterstützen. Letztendlich hat die ganze Inszenierung geklappt und Frau Theiss konnte sich als Siegerin feiern lassen. Der Kampf wurde wie in alten ZDF-Zeiten kommentiert, also 150% pro Heimboxer. Beinahe jede Aktion von Frau Theiss war sinngemäß eine kampfentscheidende Heldentat, während die Aktionen von Olga Stavrova nur beiläufig gewürdigt wurden.

Der absolute „Hit“ war das eingeblendete Zuschauervoting. Nach den ersten Runden, von denen Frau Theiss nur in einer vorne gelegen haben kann und die übrigen an Stavova hätten gehen müssen, gab es fast 70% der angeblichen Zuschauerstimmen, die Theiss vorne sahen. Man kann durchaus in Zweifel geraten, wenn man solche Votings sieht. Später, nachdem Frau Theiss tatsächlich ein paar bessere Runden abgeliefert hatte, stand das Zuschauervoting auf einmal bei 50:50. Ob die Zuschauer den Kampf bewerteten, ob es Fananrufe waren oder ob das Voting überhaupt Aussagekraft hat, sei mal dahingestellt. Die gesamte Berichterstattung und Kommentierung waren pro Theiss, was man von Beginn an merkte.

Zum Kampfverlauf kann man sagen, dass Frau Theiss in den ersten 3 Runden nur darauf bedacht war, nicht selbst getroffen zu werden und sich Olga Stavrova vom Leibe zu halten. Nennenswerte Aktionen ihrerseits konnte man kaum sehen. Die Runden 4 und 5 waren in der ersten Kampfhälfte wohl die besseren für Theiss. Es gab tatsächlich einige Kicks und Schläge, die ihr Ziel nicht verfehlten. Die Runden 7 und 8 kann man vielleicht auch Chistine Theiss zuordnen. Jedoch muss man auch bemerken, dass sie Olga Stavrova zu keiner Zeit „einbremsen“ konnte. Stavova kämpfte von Beginn an wie eine Herausforderin, aggressiv und angriffslustig. Mit den Kicks hat sie es nicht so, sondern versuchte immer wieder, ihre Schwinger ins Ziel zu bringen, mit denen sie im ersten Kampf Erfolg hatte und Christine Theiss (eigentlich) KO schlug.

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