Deutschland hat wieder einen Box-Weltmeister – und das nach einem echten Ring-Krimi. Abass Baraou (30) sicherte sich vergangene Nacht im Caribe Royale in Orlando, Florida, den WBA-Interims-Titel im Halbmittelgewicht. In einem Fight, der schon jetzt als Kandidat für „Kampf des Jahres“ gilt, setzte er sich gegen den zuvor ungeschlagenen Kubaner Yoenis Tellez durch.
Zwölf Runden lang lieferten sich die beiden ein Gefecht auf Augenhöhe. Tellez kam mit der Wucht eines ungeschlagenen Champions, doch Baraou hielt stand, erhöhte stetig den Druck und übernahm mit klaren Treffern zunehmend das Kommando.
Wie Baraou den ungeschlagenen Tellez bezwingen konnte
Der entscheidende Moment kam kurz vor dem Schlussgong: Baraou erwischte Tellez mit einem präzisen Treffer, der den Kubaner auf die Bretter schickte. Auch wenn dieser noch einmal aufstand, war spätestens da klar, dass die Punktrichter den Oberhausener vorne sehen würden.
Das Urteil fiel einstimmig: 117-110, 116-111 und 115-112 für Baraou. Mit diesem Sieg hat sich der Deutsche nicht nur den Gürtel gesichert, sondern auch seinen Namen endgültig in der internationalen Szene verankert.
Stimmen aus dem Ring: Emotionen und Ansagen
Baraou selbst zeigte sich nach dem Fight überwältigt:
„Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich habe immer hart gearbeitet, immer an mich geglaubt. An alle meine Freunde, meine Familie, meine Fans – danke! Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet und bin einfach nur dankbar, dass ich diesen Gürtel gewonnen habe.“
Auch Wasserman-Boss Kalle Sauerland sparte nicht mit Lob:
„Wir sind unglaublich stolz auf Abass. Schon als Amateur hatten wir gesehen, dass er das Talent und den Ehrgeiz hat, die Weltspitze zu erreichen. Er hat hart gearbeitet, Opfer gebracht und letzte Nacht gezeigt, dass er auf diesem Niveau gehört. Mit diesem Sieg öffnet er die Tür zu riesigen Fights im Halbmittelgewicht. Deutschland hat wieder einen Weltmeister.“
Baraou hat damit nicht nur Geschichte geschrieben, sondern auch eine ganze Division aufgeschreckt. Mit seinem neuen Status als WBA-Interims-Weltmeister warten nun die ganz großen Namen auf ihn – und für deutsche Boxfans könnte es nach langer Zeit wieder regelmäßig internationale Schlagzeilen geben.
